Weichlöten: Alles auf einen Blick

Hohe Temperaturen verformen empfindliche Komponenten während des Fügeprozesses. Weichlöten bei SCHIECK schützt Ihre Werkstoffe durch kontrollierte Temperaturen unter 450 Grad Celsius. Wir liefern Ihre Baugruppen innerhalb von 48 Stunden nach der technischen Klärung aus.

Was ist Weichlöten?

Weichlöten zählt zu den thermischen Fügeverfahren, bei denen die Schmelztemperatur des Lots unter 450 Grad Celsius liegt. Das zinnhaltige Lot benetzt die Oberflächen der Messingteile oder Kupferteile und fließt durch Kapillarwirkung in den Spalt. Da die Grundwerkstoffe fest bleiben, behalten die Bauteile ihre ursprüngliche Form sowie ihre Gefügestruktur.

Hartlöten und Weichlöten im Vergleich

Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach der mechanischen Belastung sowie den Druckanforderungen Ihrer Anwendung. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede:

Merkmal

Weichlöten

Hartlöten

Arbeitstemperatur

unter 450 Grad Celsius 

über 450 Grad Celsius 

Mechanische Festigkeit

moderate Kräfte 

hohe Belastbarkeit 

Typische Bauteile

Elektrokomponenten 

druckfeste Armaturen 

Lotbasis

Zinnhaltige Lote 

Silber oder Kupferlote, Nickelbasis Lot 

Gefügeveränderung

Gefügestruktur bleibt erhalten 

Änderung durch Hitze möglich

Weichlötverfahren in der industriellen Fertigung

Es gibt verschiedene Methoden, um das Lot exakt zu verteilen und die thermische Last zu minimieren:

Ofenlöten und Schutzgaslöten

Diese Verfahren garantieren eine gleichmäßige Erwärmung großer Stückzahlen bei hoher Wiederholbarkeit.

Kolbenlöten

Diese Technik findet Anwendung bei einzelnen Lötstellen an komplexen oder empfindlichen Geometrien.

Lötbadlöten

Bauteile tauchen kurzzeitig in flüssiges Lot ein, was die Benetzung großer Flächen beschleunigt.

Flammlöten

Ein Brenner erwärmt die Fügestelle lokal für kleine Serien oder spezifische Reparaturen.

Nachteile des Weichlötens

Hohe Hitze verändert oft die Materialstruktur und führt zu kostspieligem Ausschuss in der Produktion. Wir identifizieren folgende Hürden für Ihre Baugruppen:

Gefüge-veränderung

Unkontrollierte Wärme führt zum Weichglühen von Messing und reduziert die Materialhärte.

Korrosionsgefahr

Rückstände ungeeigneter Flussmittel greifen Oberflächen an und verursachen Spätschäden.

Maßabweichung

Asymmetrische Geometrien reagieren auf Wärmeeintrag mit Verzug oder veränderter Maßhaltigkeit.

Undichtigkeit

Abweichungen in der Spaltkontrolle verringern die tragende Fläche und gefährden die Funktion.

Ihre Vorteile beim Weichlöten mit uns

Schnelle Auftragsabwicklung

Wir nutzen bevorzugt Festlotringe statt Paste, was Gaseinschlüsse minimiert und die Festigkeit erhöht.

Blanker Warenausgang

Schutzgasprozesse verhindern die Oxidation der Oberflächen und ersparen Ihnen teure Nacharbeiten.

Reklamationsfreie Serie

Seit mehr als 5 Jahren liefern wir ohne Kundenreklamationen aus, da wir jeden Prozessschritt lückenlos überwachen.

Individuelle Lotringe

Wir bestellen für jeden Auftrag spezifische Lotringe für eine exakte Dosierung der Lotmenge.

Vollständige Dokumentation

Erstmusterprüfberichte sowie Prüfprotokolle belegen alle Maße und Lotmengen für Ihre Qualitätssicherung.

Zusatzleistungen für Qualität und Nachweise

Typische Anwendungen

Weichgelötete Verbindungen finden sich primär in Branchen mit Fokus auf Leitfähigkeit und filigrane Strukturen.

Die folgenden Bereiche nutzen die thermische Schonung für ihre Baugruppen:

  • Elektrotechnik: Wir löten Kontaktteile sowie Anschlusskomponenten aus Kupfer oder Wolfram.
  • Armaturenbau: Kleine Bauteile ohne hohe Druckbelastung profitieren von der Schonung des Materials.

Weichlöten bei SCHIECK anfragen

Übermitteln Sie uns Ihre Zeichnungen zum Weichlöten für eine kostenfreie Machbarkeitsprüfung. Wir analysieren Werkstoff sowie Geometrie und erstellen ein Angebot inklusive Terminplan für die Erstmusterprüfung. Sprechen Sie direkt mit unseren Experten für Lötverbindungen bei SCHIECK.

FAQ: Häufige Fragen zum Weichlöten

Wann reicht Weichlöten für meine Baugruppe aus?

Weichlöten genügt für elektrische Verbindungen sowie Anwendungen mit geringer mechanischer Last. Sobald die Bauteile hohen Druck oder Scherkräfte aufnehmen, empfehlen wir den Wechsel zum Hartlöten. Wir prüfen diese Anforderungen im Rahmen unserer technischen Machbarkeitsprüfung.

Kann das Material beim Löten an Härte verlieren?

Ja, eine unkontrollierte Erwärmung verändert die Materialeigenschaften sowie die Maßhaltigkeit. Unsere kontrollierte Ofenführung unter 450 Grad Celsius schützt die mechanischen Eigenschaften des Messings. Wir legen die Temperaturprofile vor dem Serienstart durch eine Probelötung fest.

Welche Rolle spielt das Flussmittel beim Weichlöten?

Das Flussmittel beseitigt Oxide und fördert die Benetzung der Metalloberfläche durch das Lot. Wir wählen das Mittel passend zur Legierung aus, um spätere Korrosionsschäden zu vermeiden. In Schutzgasatmosphären reduzieren wir den Einsatz chemischer Hilfsmittel auf ein Minimum.